ACT wirkt!

Ein Artikel zu Forschungstätigkeiten im Bereich der kontextuellen Verhaltenswissenschaften von Dr. med. Marie Christine Dekoj

In bisher 135 kontrollierten randomisierten Studien wurden 10.000 Patienten beforscht (Gloster, Stand März 2016) 66% psychisch erkrankter Menschen sprechen auf KVT (Goldstandard) an – 33% sprechen nicht an. Von diesen profitieren jedoch ca. 80 % von ACT. Diese Ergebnisse sprechen für sich und belegen, dass ACT nachweislich wirksam ist. Doch Forschung darf nicht stehen bleiben, sondern sollte sich immer weiter entwickeln.

Forschung bedeutet für mich, immer wieder Dinge neu zu ergründen, nichts als selbstverständlich zu nehmen, immer wieder zu hinterfragen; neue Perspektiven einnehmen, im Diskurs sein. Aber auch Bestätigung zu bekommen, für die Therapiemethoden, die wir verwenden; dass wir beobachten und messen können, dass sie hilfreich sind. Dies begeistert mich sehr. Vielleicht bin ich der Erforschung der Wirkmechanismen der Akzeptanz- und Commitment-Therapie besonders zugetan, da ich die besondere Gelegenheit hatte, im Rahmen eines Forschungsprojektes bei Prof. Andrew Gloster in die ACT einzusteigen. Und vielleicht geht es nicht nur mir so, dass der Name Andrew Gloster und ACT-Forschung fest verbunden sind. Er bringt die Erforschung der Effektivität und Wirkung von ACT gerade im deutschsprachigen Raum sehr voran.  Daher möchte ich ihm und seinen Projekten auch einen gewissen Platz einräumen. Ein ausführlicher Bericht zu Andrew Glosters aktuellen Forschungsprojekten und seinen Gesichtspunkten wird Ende November auf dgkv.info erscheinen.

Dieser Artikel soll aber auch der Anfang einer Zusammenstellung möglichst aller Forschungsgruppen und –aktivitäten sein, die es in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt. Ähnlich der Liste auf der Homepage der ACBS, die einen umfassenden Fundus birgt, die gut gepflegt und immer aktuell ist, möchten wir auf den Seiten der DGKV sowohl eine Übersicht über Forschungsaktivitäten als auch über Veröffentlichungen erstellen.

Daher hier der Aufruf an alle, sich aktiv einzubringen: Wer forscht, untersucht, veröffentlicht? Wir möchten nicht nur große Projekte, sondern alle Aktivitäten listen. Denn auch kleine Arbeiten sind ein Beitrag ACT im Wissenschaftskreis bekannt zu machen und die Berechtigung von ACT als Therapiemethode weiter zu festigen.

Gerne möchte ich selber ein paar Worte über ein anstehendes Projekt in Ulm berichten: Gemeinsam mit Prof. Nicolas Rüsch werden wir die Auswirkungen einer Kurzintervention mittels ACT auf das Befinden von Langzeitarbeitslosen mit psychischen Störungen untersuchen. Dazu werden Probanden mittels Randomisierung einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zugeteilt.  Es sollen unter anderem Variablen wie Symptombelastung, Lebensqualität, Motivation Arbeit zu finden, Einstellung zu Behandlungsteilnahme u.ä. erfasst werden. Im nächsten Newsletter dann hoffentlich mehr.

 

Weitere Ideen zum Wofür dieser Seite:

– Welche Bedeutung hat die Forschung für ACT? Was zeigt sie, wie hat sie sich in den letzten Jahren entwickelt und was leistet sie für die tägliche Praxis?
– Aktuelle Forschung beschreiben
– Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zugänglich machen
– ACT gegen Burnout (Michael Waadt) bekannt machen
– Themen für Magisterarbeiten als Einladung an Studenten sammeln und verteilen
– Mitgliedern Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen im Bereich Materialien ermöglichen.