Sie haben Fragen rund um die DGKV, ACT, zu unseren Ansätzen und unserer Forschung, zur Mitgliedschaft oder einem anderen Thema? Dann senden Sie uns eine E-Mail. Wir sammeln häufig auftretende Fragen, die wir beantworten und anschließend hier veröffentlichen um nachfolgenden Besuchern mit denselben Anliegen direkt weiterhelfen zu können.

Bei Fragen schreiben Sie uns:

Was ist die DGKV?

Die DGKV ist die Deutschsprachige Gesellschaft für kontextuelle Verhaltenswissenschaften. Sie basiert auf einer pragmatischen Weltsicht, die man Funktionalen Kontextualismus nennt. Ausgebaut ist bisher vor allem die psychotherapeutische Seite (ACT). Theoretische Grundlage dafür ist die Bezugsrahmentheorie (RFT).

Was ist ACT?

ACT, gesprochen wie das englische Wort “act”, steht für Acceptance and Commitment Therapy/Training. Dieser noch junge Ansatz (seit 1999) ist eine weiter entwickelte Form der kognitiven Verhaltenstherapie. Er ist wesentlicher Teil einer Welle von neuen Therapieformen, die auf Achtsamkeit, Annehmen, was ist und Mitgefühl aufbauen und die, ausgelöst durch ihre besondere Wirksamkeit, zunehmend populär werden.

Das Hauptziel von ACT ist psychische Flexibilität.

Hierfür verbindet ACT neue, lebendige Methoden zur Entwicklung von Achtsamkeit und Annahmebereitschaft mit Strategien zur Klärung der eigenen Werte und zur Verhaltensänderung. Pragmatisch schaut ACT dabei nach dem, was hilfreich ist und wirkt.

Was bedeutet psychische Flexibilität?

Psychisch flexibel handle ich dann, wenn ich mein Denken, mein Fühlen, meine körperlichen Empfindungen und mein inneres Drängen (meine Handlungsimpulse) wahrnehme und dann genau das tue, was mir wirklich wichtig ist.

Was heißt ‘funktional kontextuelle Sichtweise’ ?

Wenn ich ein Verhalten funktional kontextuell betrachte, schaue ich danach, welche Wirkung (Funktion) der oder die Handelnde in der konkreten Situation (dem Kontext) erreichen will. Dadurch, dass mensch diese Wirkung in dieser Situation erreichen will, wird das Tun für ihn, oder sie, sinnvoll.

Diese Art, die Welt zu betrachten und zu beschreiben, wird funktionaler Kontextualismus genannt. Sie wurde 1993 von Steven C. Hayes auf der Grundlage der Arbeiten von B. F. Skinner entwickelt.

Vereinfacht gesagt hat Hayes als Kriterium dafür, ob ein Verhalten erfolgreich ist oder nicht, die Frage eingeführt, wie viel von der beabsichtigten Wirkung erreicht wurde: Wie gut hat dich dein Verhalten in der gewünschten Richtung voran gebracht?

Diese Verknüpfung von Verhalten, Kontext und beabsichtigter Wirkung war die Innovation, die zu der Werte-Frage (die Frage nach der Richtung) und zur Entwicklung von ACT geführt hat.

Was bedeutet das konkret?

Stellen Sie sich vor: Als Kind hat jemand die Erfahrung gemacht, dass sie, wenn sie Ärger oder Wut ausgedrückt hat, zurück gewiesen wurde. Wenn sie jedoch Traurigkeit ausgedrückt hat, wurde sie umarmt und getröstet. Dadurch hat sie gelernt, Traurigkeit auszudrücken, auch wenn sie eigentlich wütend ist.

Was in der Kindheit gut funktioniert hat, führt heute in ihrer Partnerschaft jedoch immer häufiger zu Missverständnissen und Konflikten.

Anders als die übliche Sichtweise, die jetzt vermutlich nach der Ursache des Problems suchen würde, schaut die funktional kontextuelle Sichtweise allein nach dem Verhalten und der beabsichtigten Wirkung .

Sie würde jetzt die Klientin darin unterstützen sich klar zu werden, wer und was ihr wichtig ist … in welche Richtung die Klientin also will. Möglicherweise ist es ihr wichtig, aufrichtig und ‘im Herzen verbunden’ mit ihrem Partner zu kommunizieren … dann würde ACT anschließend danach schauen, was sie braucht um hier voran zu kommen … und sie ermutigen, die oft auch unangenehmen Gefühle, die mit jeder Veränderung einhergehen, anzunehmen.

Was unterscheidet ACT von der klassischen kognitiven Verhaltenstherapie?

“The purpose of ACT is not to fix symptoms, rather to develop a life of meaning that is worth living.” Mark Webster

Oder auf Deutsch: ACT zielt nicht darauf Symptome zu ‘reparieren’, sondern darauf, ein bedeutungsvolles Leben zu entwickeln. Ein Leben, das es wert ist, gelebt zu werden.

Auch wenn ACT verhaltensorientiert ist, lässt sie “die Finger von dem Versuch”, Gedanken direkt zu verändern.

Dadurch, dass ACT prinzipen- und prozessorientiert ist, ist ACT sehr breit anwendbar … in unterschiedlichsten Kontexten … und auch bei Patienten mit mehr als einer Diagnose.

Ein ACT-Therapeut oder -Coach schaut danach, wie gut ein Verhalten ‘funktioniert’ in Bezug auf das, was dem Klienten wichtig ist. Ob sich dadurch Probleme lösen oder Symptome verändern, ist dabei nachrangig.

Das Ziel von ACT ist zu lernen, auch mit unangenehmen Gedanken und Gefühlen zu leben. Sie als zum Leben dazu gehörig anzuerkennen, statt zu versuchen sie zu ‘reparieren’.

Ist die Wirkung von ACT wissenschaftlich untersucht?

Die besondere Wirkungsweise von ACT ist mit einer großen und ständig zunehmenden Zahl an empirischen Studien belegt.

Das wissenschaftliche Fundament von ACT ist die Relational Frame Theory (RFT), auf deutsch Bezugsrahmentheorie (BRT). Sie erforscht Sprache und Kognition und fragt sich, wie z.B. Probleme, die durch regelgeleitetes (sprachliches) Lernen entstehen, möglichst effizient gelöst werden können.

Was kostet die Mitgliedschaft in der DGKV?

Als Mitgliedsbeitrag empfehlen wir 50 EUR pro Jahr für Vollverdiener. Menschen mit geringem Einkommen (z.B. Studenten) können weniger bezahlen. Der Mindestbeitrag beträgt 10 EUR/a.