Wieso gibt es keine ACT-Zertifizierung?

„Die DGKV verpflichtet sich der Verbreitung von ACT als einem Ansatz, der verhaltenswissenschaftlich begründet ist. ACT ist öffentlich und jedem zugänglich. ACT darf beliebig kopiert, verändert, verbreitet und genutzt werden. Dabei soll sich ACT frei weiter entwickeln, orientiert an der Wirksamkeit in Richtung werteorientierter und prosozialer Lebensführung, möglichst wenig eingeschränkt durch den Einfluss ökonomischer Zwänge und Versuchungen.“
Statement der DGKV vom 28.10.2016 in Berlin

Hintergrund:

Die Urheber von ACT, CBS und Co. wollen, dass diese Ansätze, Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Arbeit damit, möglichst vielen Menschen zugute kommen. Ökonomische Einflüsse auf Entwicklung und Verbreitung und Versuchungen, materiellen Gewinn durch ‚Abgrenzung‘ und ‚Inbesitznahme‘ zu erzielen, sollen so gering wie möglich gehalten werden.

Um eine möglichst lebendige, sich ausschließlich an der Wirksamkeit orientierende Weiterentwicklung zu ermöglichen, soll ACT öffentlich, jedem zugänglich und veränderbar sein und beliebig kopiert, verbreitet und benutzt werden dürfen.

Um die Qualität (Richtung) dieser Entwicklung zu fördern, spricht die DGKV funktionale Empfehlungen aus. An diesen können sich Trainer, Anbieter und auch TeilnehmerInnen von ACT Kursen, Veranstaltungen und anderen Angeboten orientieren.

Funktionale Empfehlungen/Prinzipien (Entwurf)

  • Funktionale Verhaltensanalysen machen
    (pragmatischer Wahrheitsbegriff)
  • Verhalten immer im Kontext betrachten
  • Psychische Flexibilität bei uns selbst und anderen fördern
    (Offenheit für Veränderung sogar für unsere eigenen Regeln; flexibler Umgang mit Regeln und Erfahrungen)
  • Verhalten an Werten orientieren
  • Unterscheiden lernen trainieren
    (induktiv versus deduktiv)
  • Lernen mit unmittelbaren Erfahrungen
  • Die Bedeutung von Sprache deutlich machen
  • Therapeutische Haltung – von Mensch zu Mensch – vermitteln