Peers in Review – ACT-Trainer treffen sich in Hamburg

ACT wird nicht nur angewendet sondern auch vermittelt – bei der DGKV sind rund 40 Trainer gelistet, die Trainings und Workshops in Deutschland, der Schweiz und in Österreich und darüber hinaus anbieten. 15 davon trafen sich bei schönstem Frühlingswetter Ende April anderthalb Tage in Hamburg, um mit einem atemberaubendem Blick auf den Containerhafen Neuigkeiten und Trainingsideen auszutauschen, Anregungen zu teilen und Verständnis und Umsetzung von ACT- und RFT-Trainings zu vergleichen.

Nachdem wir uns von Mensch zu Mensch miteinander und mit unseren eigenen Prozessen (Wichtigkeiten, engagiertem Handeln und Erlebnisvermeidung) in Kontakt gebracht haben und gemeinsam die Agenda abgestimmt wurde, stellten wir entlang der bereits in einem der letzten Treffen formulierten funktionalen Prinzipien wurde noch einmal Übereinkunft über wichtige inhaltlich-didaktische Prinzipien für unsere Trainings her: Funktionale Verhaltensanalysen machen (Stichwort „pragmatischer Wahrheitsbegriff“); Verhalten und Kontext nicht trennen; Psychische Flexibilität bei uns und anderen fördern (Offenheit für Veränderung sogar für unsere eigenen Regeln; flexibler Umgang mit Regeln und Erfahrungen); Verhalten an Werten orientieren; Unterscheiden lernen trainieren (induktiv versus deduktiv); Lernen mit unmittelbaren Erfahrungen; die Bedeutung von Sprache deutlich machen; Therapeutische Haltung vermitteln – Haltung von Mensch zu Mensch.

In Rollenspielen und Kleingruppen wurden Ideen und didaktische Aufbereitung vor allem zur Vermittlung von Basisinformationen zur Bezugsrahmentheorie geteilt, miteinander ausprobiert und weiterentwickelt, sowie Ideen zur Vermittlung und Didaktik zu einzelnen Prozessen (Selbst-als-Kontext) erarbeitet. Das alles wurde miteinander in der großen Runde geübt, diskutiert und weiterentwickelt – zum Beispiel mit einer Aufstellung mit allen Teilnehmern, in der die Entstehung, Stabilisierung und Veränderbarkeit von Bezugsrahmen demonstriert werden kann. Die intensive gemeinsame Arbeit zur RFT war ein Vorgeschmack auf das, was Steven Hayes und Stephan Hofmann einige Wochen später in Frankfurt vorgestellt haben: ein „Modell of Modells“, das die Idee von Netzwerk-Bezügen auch zur Beschreibung Analyse und Finden von Veränderungsansätzen im Rahmen prozess-orientierter Therapieansätze weiter verfolgt.

Von allen wurde ein großer Wunsch nach der Fortführung und Intensivierung des inhaltlichen Austauschs bekräftigt – auch zu spezifischen Themen und Projekten, z.B. zu Forschungsinteressen (ACT in klinischen Kontexten, ) und Vertiefungen in Anwendungsfeldern (in Gruppen, gender- und kulturspezifische Ansätze, präventive Ansätze, z.B. Burnout-Prävention), Übersetzungen von Medieninhalten zur Nutzung in Therapie und Training, Zusammenstellung einer „ToolBox“ für ACT-Prozesse, u.a. . Und wir stimmten uns darüber ab, wie Trainingsinhalte und -materialien auf den Internetseiten der DGKV geteilt werden könnten. Geplant ist, einen zugangsgeschützten Bereich einzurichten, auf den gelistete Trainer Zugang bekommen können. Bei Interesse können Mareile Rahming und Ralf Steinkopf per Mail angeschrieben werden.

Ein deutlicher Beleg für das Commitment der DGKV-Gemeinschaft ist das Engagement vieler Trainerkollegen über ihre therapeutischen / beraterischen Tätigkeiten und Trainings hinaus, so zum Beispiel Forschungstätigkeiten zu verschiedenen Themen, um nur einige zu nennen: z.B. die Vermittlung und Weiterentwicklung eines ACT-Manuals zur BurnOut-Prävention von Livheim et.al. (Bertram Schenkluhn), „Commit&ACT in Sierra Leone (Beate Ebert), „Common fate“ auf deutsch (Reimer Bierhals, Tanja Fischer-Cordshagen, Marie Christine Dekoj).

Ich bin gespannt auf die nächsten Treffen – im Oktober in Bamberg vor der DGKV-Konferenz und im Mai 2019 in Berlin – und dankbar, ein Teil dieser Gruppe zu sein.